Dem Topinambur kommt aus ernährungsphysiologischer Sicht eine beondere Bedeutung zu, da seine Knollen einen besonders hohen Inulin Gehalt aufweisen. Inulin ist prebiotisch, prebiotische Stoffe sind Ballaststoffe die für die Versorgung bestimmter Bakteriengruppen im Darm wichtig sind. Inulin passiert den Dünndarm ungehindert und steht im Dickdarm den Bakterien zur Verfügung.
Inulin wirkt sich kaum auf den Blutzuckerspiegel aus und ist Insulin unabhängig. Gerade für Diabetiker, die entweder kein eigenes Insulin haben oder wie bei den meisten Übergewichtigen des Diabetes-Typ II der Körper mangelhaft auf einen Blutzuckeranstieg reagiert, ist das Inulin von großer Bedeutung. Die für den gesamten Stoffwechsel so dringend benötigten Kohlehydrate werden also in Form des Inulins aufgenommen und liefern dem Körper so die für alle Lebensfunktionen wichtige Energie.
Inulin wird vielen Lebensmitteln (Milch, Joguhrt, Backwaren..) als Fett und Zuckerersatzt zugesetzt. Zudem ist die prebiotische und insulinunabhängige Wirkung sehr erwünscht. Inulin schützt vor Dickdarmkrebs
Im folgenden ein Auszug von Wikipedia zu diesem Thema.
Inulin (auch Alantstärke) ist ein Gemisch von Polysacchariden aus Fructosemolekülen mit einer Kettenlänge bis zu 100 Molekülen, und einem endständigen Glucoserest, und zählt zu den Fructanen. Inulin wird in vielen Pflanzen als Reservestoff eingelagert, besonders in Arten der Korbblütler: etwa Topinambur, Zichorien, Dahlie, Artischocke, Gewöhnlicher Löwenzahn, Schwarzwurzeln, aber auch in Doldenblütlern, z. B. der Pastinake (vgl. auch Nutzpflanzen). Es wurde 1804 im Alant (Inula) entdeckt.
Niedermolekulares Inulin ist in warmem Wasser löslich. Es wird in der physiologischen Forschung zur Bestimmung des extrazellulären Raums eingesetzt, da es leicht in das Interstitium eindringt, jedoch nicht in die Zellen selbst. Außerdem kann die Messung der Inulin-Clearance zur exakten Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) der Nieren benutzt werden. Dies ist deshalb möglich, weil Inulin im Glomerulum vollständig filtriert wird, im Tubulus-System aber weder sezerniert noch reabsorbiert wird.
Inulin kann in der Therapie der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) als Stärke-Ersatz eingesetzt werden, denn es wirkt nicht auf den Blutzucker-Spiegel ein. Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert, da dem Menschen das abbauende Enzym (Inulinase) fehlt. Stattdessen wird es im Enddarm von Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Die bei diesem mikrobiellen Abbau gebildeten Gase können bei empfindlichen Menschen zu Flatulenzen führen, die einzige bekannte Nebenwirkung beim Verzehr inulinhaltiger Pflanzenteile.[3][4] Inulin dient vor allem den nützlichen Darmbakterien als Nahrung, regelmäßiger Verzehr geeigneter Mengen (mindestens 1,5 g/Verzehreinheit bzw. ab 5 g Tagesdosis zusätzlich zur normalen Aufnahme nach GDCh[5]) führt zu einer Verbesserung der Darmflora.[6]
Inulin wird heutzutage oft als Zutat in der Lebensmittelherstellung verwendet, zum Beispiel als Fettersatz und um den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl zu verbessern. Inulin dient auch als Grundstoff zur Herstellung von Fructose.
Seite „Inulin“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. August 2009, 15:39 UTC. URL:
(Abgerufen: 21. September 2009, 10:01 UTC)